Adlon – Grand Hotel und Mythos

»Adlon Oblige«



Der Mythos vom Hotel Adlon hat die Ära des mondänen Berlins vor dem 2. Weltkrieg mitgeprägt und das Adlon gewann weltweite Bewunderung für die moderne Ausstattung, den perfekten Service und für die besondere Art kultivierten Luxus auf höchstem Niveau anbieten zu können. Adlon oblige oder Adlon verpflichtet war dabei mehr als eine sich selbst gestellte Verpflichtung der Hotelfamilie Adlon die Gäste eben nicht nur ‚unterzubringen‘. Vielmehr sich wirklich intensiv um die Gäste zu kümmern, Ihnen mit kleinen Überraschungen die ganz besonderen Momente zu schaffen. Und – ganz wichtig – eine Umgebung zu bieten, in der auch ‚kleine delikate Geheimnisse‘ niemals die Mauern des Adlons verlassen.


Im Oktober 1907 wurde das erste Hotel Adlon am Platz vor dem Brandenburger Tor vom Gründer Lorenz Adlon eingeweiht. Einer der größten Unterstützer für diesen Neubau war Kaiser Wilhelm II, der seiner großen internationalen Familie und Gästen in der Hauptstadt Berlin eine vorzeigbare und hochmoderne Unterkunft anbieten konnte. Auch der deutsche Hochadel, Besucher aus dem Ausland und internationale Künstler haben sich gerne im Adlon eingebucht und diese besondere Atmosphäre genossen. Kaiser Wilhelm II hatte selbst permanent eine ganze Suiten-Flucht gebucht und war ein hervorragender Promoter, der seinen Besuchern riet: ‘Mensch, Kinder, geht doch ins Adlon! In meinem alten Kasten zieht’s doch so’.


Die ‘goldenen Zwanziger’ des letzten Jahrhunderts brachten auch goldene Zeiten für das Adlon. Marlene Dietrich wurde hier entdeckt, Josephine Baker sah man häufiger im Haus. Auch Edgar Wallace, Thomas Mann und Charlie Chaplin waren Gäste des Hauses. Letzterer war ein Freund des zweiten Hoteldirektors Louis Adlon, der das Adlon seit den frühen 20er Jahren des letzten Jahrhunderts führte.


Das Gebäude des Adlon hatte beide Weltkriege unbeschadet überstanden. Erst feiernde und plündernde Rotarmisten verursachten einen Brand, der das Hotel bis auf einen Seitenflügel abbrennen lies – später wurde es komplett abgetragen.


Doch der Name lebte im Bewusstsein der Berliner und vieler anderer Bewunderer fort. Das Adlon blieb eine Legende und existierte in Erinnerungen, Erzählungen und Büchern weiter. Und als die wieder vereinigte Stadt Anfang der neunziger Jahre zu einem Neuanfang aufbrach, wurde auch das Adlon mit der heutigen Adresse ‚Unter den Linden 77‘ wieder aufgebaut.


Die Hotelgruppe Kempinski hatte sich früh mit der Erbin Hedda Adlon über die Namensrechte einigen können und im August 1997 wurde das Adlon Kempinski vom damaligen deutschen Bundespräsidenten Roman Herzog im Beisein von 1000 Gästen feierlich eröffnet. Berlin hatte eine Institution zurückbekommen.


Somit feiert das berühmte Grandhotel im Jahr 2022 das 25-jährige Jubiläum und bietet im Verlaufe des Jahres besondere Leistungen und individuelle Geschenke in einem buchbaren Jubiläumsarrangement. Der Höhepunkt der Festlichkeiten wird rund um den Geburtstag, am 23. August 2022 zu erwarten sein.


Ein guter Grund einmal wieder nach Berlin zu reisen und im Adlon in einem der 385 Zimmer oder Suiten zu übernachten. Außergewöhnliche Restaurants, edel ausgestatte Bars und eine schöne Smokers Lounge bieten gerade uns Aficionados den umfassenden Genuss, den wir in einem solchen Paket schätzen. In der am Hotel gelegenen Ladenzeile findet man das Ladengeschäft von Noblego, in dem auf 45 Quadratmetern edle Tabakwaren und Spirituosen käuflich zu erwerben sind.

Mein Lieblingsplatz ist die Lobby Bar, in der auch der bekannte Elefantenbrunnen zu bewundern ist. Diese Nachbildung ist eine Hommage an den Originalbrunnen, der von der Eröffnung 1907 bis 1945 den Goethegarten im alten Adlon zierte.


Ausgesuchte Antiquitäten, elegante Möbel und wertvolle Materialien wie Kalkstein, Leder, Messing und Onyx sind die charakteristischen Merkmale des Designs in der Lobby.


In diesem Bereich sieht man auch heute Staatsoberhäupter, Politiker, Stars, Intellektuelle, Künstler, Designer und Unternehmer – und nicht zuletzt die Berliner.


Unabhängig von der Bekanntheit der Besucher genießen alle den exzellenten Service des Hauses – Wünsche werden mit Begeisterung erfüllt, weil sich die Mitarbeiter freuen in der Tradition des Adlons alle Wünsche der Gäste möglich zu machen. Gerne auch eine Currywurst in der edlen Lobby Bar - also ‚Adlon Oblige‘ in der Fortsetzung von 1907.


Text: Stephan Rack




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